Niebüll im Zeichen der Vielfalt: Tag der Minderheiten 2026

Die Niebüller Innenstadt verwandelte sich am Sonntag den 20. September zu einem Treffpunkt der nationalen Minderheiten des deutsch-dänischen Grenzlandes. Beim Tag der Minderheiten 2026 kamen die dänische Minderheit in Deutschland, die deutsche Minderheit in Dänemark sowie die nordfriesische Volksgruppe zusammen, um die kulturelle Vielfalt der Region gemeinsam erlebbar zu machen.

Von 11 bis 17 Uhr erwartete die Besucherinnen und Besucher bei abwechlungsreichem Wetter ein ebenso vielfältiges Programm: Informationsstände von Vereinen und Organisationen, eine mehrsprachige Andacht, musikalische Auftritte von Kindern aus den Minderheiten, Konzerte sowie eine Podiumsdiskussion zu Geschichte und Gegenwart der Minderheiten. Imbiss- und Getränkestände, Kutschfahrten und der verkaufsoffene Sonntag sorgten für breiten Zulauf.

Der Frasche Rädj war gemeinsam mit der Friisk Foriining mit eigenen Ständen vor Ort. Im Vordergrund standen dabei Information und Austausch zu Sprache und Kultur, außerdem wurden Spiele und Kinderschminken angeboten. „Bei uns im Grenzland sind mehrere Identitäten zu Hause. Wer nach Nordfriesland kommt, merkt schnell: Wenn es uns Friesen nicht gäbe, würde der Region etwas Wesentliches fehlen“, sagt Ingwer Nommensen, Vorsitzender des Frasche Rädj / Friesenrat Sektion Nord. Es gehe dabei nicht darum, sich voneinander abzugrenzen, sondern darum, dass Friesinnen und Friesen ein integraler Bestandteil der Gesellschaft in der Region seien. „Jeder von uns hat mehrere Identitäten – die Zugehörigkeit zur friesischen Sprache und Kultur ist eine davon.“ Der Tag der Minderheiten sei ein gutes Format, um die nordfriesische Kultur einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und mit den anderen Minderheiten im Grenzland ins Gespräch zu kommen. „Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Sprache und Kultur noch sichtbarer werden.“

Der Tag der Minderheiten richtete sich an Menschen jeden Alters und war kostenfrei zugänglich. Er bot der Mehrheitsbevölkerung Gelegenheit, Geschichte, Kultur und Gegenwart der Minderheiten kennenzulernen, und machte sichtbar, wie selbstverständlich unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Identitäten im Grenzland zusammenleben. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), dem Sydslesvigsk Forening (SSF) und der Friisk Foriining in Zusammenarbeit mit der Stadt Niebüll. Erstmals fand der Tag der Minderheiten damit auf deutscher Seite statt, nachdem die Veranstaltung 2021 in Tondern anlässlich des 100. Jahrestages der Grenzziehung ins Leben gerufen worden war.