Vom 6. bis 11. Juli 2026 hatte die Friisk Foriining zu einer mehrtägigen Sprachreise nach Westfriesland und ins Saterland eingeladen. Hannah Müller und Boh Quedens vom Frasche Rädj/Friesenrat, Sektion Nord, nutzten die Reise als Gelegenheit, um friesische Organisationen in Westfriesland und im Saterland kennenzulernen. Ziel der Reise war es nicht nur die eigenen friesischen Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch mit den friesischen Nachbarn ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wie die Sprache dort in Schulen, am Arbeitsplatz und im Alltag lebendig gehalten wird. Auf dem Programm standen unter anderem Begegnungen mit Organisationen, die sich auf unterschiedliche Weise für das Friesische einsetzen, sowie Einblicke in die Kultur, Geschichte und Landschaft der Region.
Däi 1: Auftakt in Fryslân
Nach der Anreise nach Boksum und der Übernachtung in einer alten Kirche stand am ersten Tag der Sprachreise der Sender Omrop Fryslân auf dem Programm. Jitske de Hoop führte durch den Sender und einige Studios und erläuterte die redaktionelle Arbeit auf Frysk. Anschließend folgte ein Besuch im Fries Museum inklusive Führung. Zum Abschluss ging es in die friesische Stadt Dokkum, wo die Gruppe an einer historischen Stadtführung und einer Grachtentour teilnahm.
Däi 2: Sprachförderung in Kita und Schule
Im Mittelpunkt standen der Austausch mit der Afûk (Algemiene Fryske Ûnderrjocht Kommisje) sowie der Austausch mit dem SFBO (Sintrum Frysktalige Berneopfang). Themen waren Lehrmaterialien für Kitas und Schulen sowie Herausforderungen und gelungene Beispiele aus der friesischen Sprachförderung in Fryslân. Ein Stadtbummel durch Leeuwarden und ein geselliger Grillabend mit Gästen aus der westfriesischen Ehrenamtsarbeit und Politik rundeten den Tag ab.
Däi 3: Historisches Pumpwerk und Provinzpolitik
Die Gruppe besuchte das Woudagemaal in Lemmer, das historische Dampf-Pumpwerk. Bei einer Führung und in der begleitenden Ausstellung erfuhren die Teilnehmenden mehr über die technikgeschichtliche Bedeutung der Anlage. Nach einer Pause am Strand ging es weiter ins Provinzhûs, dem Verwaltungszentrum der Provinz Fryslân, in Leeuwarden, wo Froukje de Jong (BBB) für den Austausch bereitstand. Anschließend folgte eine Führung durch das historische Gebäude.
Däi 4: Abschied in Fryslân und Fahrt ins Saterland
Die Reisegruppe verließ Fryslân und fuhr ins Saterland. Dort tauschte man sich mit engagierten Vertreterinnen und Vertretern des Seelter Buund über Projekte, Bildungsarbeit und den Erhalt des Saterfriesischen aus. Anschließend führten Henk Wolf und Karl-Peter Schramm vom Seelter Buund die Gruppe durch einen Sprachlehrpfad zum Saterfriesischen. Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Westermoor und erfuhr mehr über Moore, Torf und die Renaturierung dieses besonderen Lebensraums.
Mit der Rückfahrt am 11. Juli und der Ankunft am Nachmittag in Nordfriesland endete die Sprachreise. Die Reise zeigte eindrucksvoll, mit welch unterschiedlichen Ansätzen Fryslân und das Saterland ihre Sprachen fördern, und sie hat wertvolle Impulse für die Arbeit der nordfriesischen Volksgruppe geliefert.














